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Kühler Kopf und brennendes Herz

Die polnische Pianistin Aleksandra Mikulska

Die polnische Pianistin Aleksandra Mikulska

Lisztfestival Magazin Raiding

Am Karfreitag hat es Aleksandra Mikulska nach Warschau geschafft, endlich. Hinter ihr liegen mehrere Konzerte und sie ist froh, im Kreise ihrer Familie zu sein. „Mittlerweile schaffe ich es leider nur mehr an Weihnachten und zu Ostern“, sagt sie und erwähnt, dass der Konzertkalender voll und die Anreise aufwendig ist. Gemeinsam mit ihrem Mann, einem Juristen, lebt sie in einem Haus im Grünen, in der Nähe von Karlsruhe. „Dort kann ich zu jeder Tages- und Nachtzeit üben“, lacht sie, „und wenn ich den Kopf frei bekommen möchte, gehe ich in den Garten oder mache eine Runde im Wald. Hier finde ich Ruhe und Inspiration“. Deutschland ist für Aleksandra Mikulska so etwas wie eine zweite Heimat geworden. Mit 19 Jahren kam sie aus Polen hierher, um Pianistin zu werden. „Ich habe schon als kleines Mädchen davon geträumt, auf der Bühne zu stehen und Klavier zu spielen“, sagt sie. Weiterlesen

Adventskalender 2014, Tür #19: Der Kopf ist wichtig, das Herz wichtiger

parkNein, wie ein waschechter Oberfranke schaut Christopher Park nicht aus, und die Zeiten, in denen er seine Freunde mit seinem Klavierspiel zwangsbeglücken musste, sind auch längst vorbei. Heute zählt der gebürtige Bamberger mit deutsch-koreanischen Wurzeln zu den aufregendsten Pianisten der Gegenwart. Die Geschichte des 27-jährigen ist rasch erzählt: mit Sieben begann er mit dem Klavierspiel, bald kauft er sich Noten von seinem Taschengeld, und während gleichaltrige sich mit Sonatinen und kleinen Fingerübungen mühen, spielt der Achtjährige seiner Klavierlehrerin eines Tages Chopins Revolutionsetüde vor, die seinen Eltern umgehend einen Lehrerwechsel empfiehlt. Für Christopher Park steht da längst fest: er will Musik machen, am liebsten ein Leben lang. Während seines Studiums in Frankfurt prägen ihn zwei große Traditionen: bei Lev Natochenny lernt Park die Tugenden der legendären russischen Schule, bei Joachim Volkmann jene der deutschen Schule Wilhelm Kempffs. Doch da ist mehr. Der Kopf ist wichtig, das Herz wichtiger. Es kommt nicht nur darauf an, das Instrument meisterhaft zu beherrschen, sondern um die Freiheit des Ausdrucks und des Musizierens. Christopher Park vereint beides: virtuoses Feuer und Fantasie. Mittlerweile reist Christopher Park um die Welt, hat zuletzt ein fantastisches Album mit Klaviermusik von Franz Liszt  veröffentlicht, erhielt den begehrten Bernstein-Award und wird in Deutschland längst als Shootingstar gehandelt – ein Begriff, der eigentlich gar nicht zu ihm passt. Wer ihn im Konzert erlebt hat, weiß das. In Wien hatte man in den vergangenen zwei Monaten gleich zwei Mal die Gelegenheit dazu. Am 22. Oktober war Christopher Park im Konzerthaus zu Gast, einen Monat später, am 29. November, debütierte er im Wiener Musikverein, wo er gemeinsam mit dem Küchl-Quartett einen Kammermusikabend gestaltete. Wien als wichtige Feuertaufe? Ja und Nein, denn Christopher Park hat seinen Weg längst gefunden. Er gehört zu den glücklichen Menschen, deren Beruf zugleich Berufung ist.

 

 

Die Neuerfindung des Klaviers

 

Denis Matsuev (Foto: Maestro Artists)

Magazin der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien

Keiner hat die Dimensionen des Klavierspiels weiter aufgebrochen als Franz Liszt. Keiner hat die Grenzen der Klaviermusik so radikal gesprengt wie er. Der Genius Liszt – so sieht es auch der russische Starpianist Denis Matsuev – ist der „Mephistopheles des Pianoforte“. „Kaum auszudenken, was Liszt mit einem Instrument angestellt hätte, das uns Pianisten heute zur Verfügung steht“. Am 5. und 6. März sitzt Matsuev am Flügel und spielt Liszts Klavierkonzert Nr. 1.

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